ISO/IEC 25010 auf dem Shopfloor: Software richtig bewerten

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A warehouse aisle between tall pallet racks, with a crooked rack label and debris on the floor marked by the audit's coloured boxes
Ergebnisfoto von SnapAudit: Die KI rahmt jedes gefundene Problem ein.

Ein Drehmomentschlüssel liegt lose auf einer Werkbank, anstatt an der Schattenwand zu hängen. Ein Rollwagen versperrt den Fluchtweg, und an der Reinigungsstation lehnt ein nasser Mop an der Wand. Sie wissen genau, wie dieser Bereich aussehen müsste. Trotzdem verbringen Sie jeden Tag Stunden damit, Checklisten auszufüllen oder sich mit unhandlicher Software herumzuschlagen, die alles einfacher machen sollte. Wenn Sie nach Wegen suchen, die Qualität digitaler Werkzeuge für Ihren Betrieb objektiv zu bewerten, stoßen Sie unweigerlich auf die Norm ISO/IEC 25010. Diese Norm beschreibt ein Qualitätsmodell für Software. Doch was hat ein theoretischer Softwarestandard mit der rauen Realität Ihrer täglichen Hallenrunde zu tun?

Ziemlich viel. Wer für mehrere Standorte die operative Exzellenz sichern muss, merkt schnell: Die beste Software nützt nichts, wenn sie auf dem Shopfloor nicht akzeptiert wird. Viele Projekte scheitern, weil Systeme weit weg von Staub, Zeitdruck und wechselnden Schichten entwickelt wurden. Wenn wir die Kriterien der ISO/IEC 25010 auf die Werkzeuge anwenden, die wir unseren Mitarbeitern an die Hand geben, trennt sich die Spreu vom Weizen. Es geht darum, unbrauchbare Software auszusortieren, bevor sie Frust auf der Linie erzeugt.

Der Unterschied zwischen Hochglanz-Prospekten und der harten Realität auf dem Hallenboden

Softwareanbieter versprechen oft das Blaue vom Himmel: lückenlose Dokumentation und papierlose Prozesse. Doch die Realität sieht anders aus. Da wird ein neues System eingeführt, und plötzlich verbringen Arbeiter wertvolle Minuten damit, sich anzumelden, Updates abzuwarten oder sich durch Menüs zu klicken, um eine offenstehende Brandschutztür zu dokumentieren. Am Ende greifen die Mitarbeiter doch wieder zum Klemmbrett oder ignorieren Mängel, weil der digitale Aufwand zu hoch ist. Viele Betriebe kehren enttäuscht zu klassischen Zettel-Audits zurück.

Ein pragmatischer Schichtleiter oder Qualitätsmanager braucht keine theoretischen Features. Er braucht ein System, das sofort funktioniert. Wenn ein Mitarbeiter an einem Arbeitsplatz steht und prüfen soll, ob alle Werkzeuge an ihrem Platz sind, darf das keine Wissenschaft sein. Ein Foto machen, vergleichen, fertig. Jede zusätzliche Hürde – sei es eine komplizierte Benutzeroberfläche oder eine zwingende Registrierung – verringert die Akzeptanz auf dem Hallenboden dramatisch. Um diesen Frust systematisch zu vermeiden, lohnt sich ein Blick auf etablierte Qualitätsstandards aus der Softwareentwicklung, die sich überraschend gut auf die raue Praxis übertragen lassen.

Was ist die ISO/IEC 25010 und warum betrifft sie Schichtleiter?

Die ISO/IEC 25010 ist ein internationaler Standard, der Qualitätsmerkmale für Software definiert. Sie unterteilt Softwarequalität in acht Hauptkategorien, darunter funktionale Eignung, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Effizienz, Sicherheit, Kompatibilität, Wartbarkeit und Übertragbarkeit. Für einen Operations Lead oder EHS-Manager mag das zunächst nach theoretischer IT-Prosa klingen. Doch übersetzt man diese Begriffe in die Sprache des Shopfloors, wird daraus ein messerscharfes Werkzeug zur Softwareauswahl.

Nehmen wir das Merkmal Benutzbarkeit (Usability): Auf dem Shopfloor bedeutet das, dass ein Mitarbeiter mit öligen Fingern oder Arbeitshandschuhen das System fehlerfrei bedienen kann. Zuverlässigkeit (Reliability) bedeutet, dass das System auch dann nicht abstürzt, wenn die Netzabdeckung in der hintersten Ecke der Lagerhalle instabil ist oder wenn das Gerät wechselnden Temperaturen ausgesetzt ist. Indem Sie diese Kriterien anlegen, entlarven Sie überladene Systeme, bevor Sie viel Geld für Lizenzen ausgeben. Sie bewerten Software nicht danach, wie viele bunte Dashboards sie im Besprechungsraum des Managements anzeigen kann, sondern danach, wie reibungslos sie den Werker bei der eigentlichen Arbeit unterstützt.

Funktionale Eignung: Fokus auf das Wesentliche

Die funktionale Eignung beschreibt, inwieweit Software die tatsächlichen Aufgaben des Nutzers unterstützt. Viele Audit-Systeme leiden unter einer Überfrachtung mit Funktionen – sie versuchen, ERP, Instandhaltungsplanung und Qualitätsmanagement zu vereinen. Auf dem Shopfloor führt das zu überladenen Oberflächen. Ein gutes Werkzeug sollte sich auf eine Kernaufgabe konzentrieren: den Ist-Zustand schnell und unbestechlich mit dem Soll-Zustand zu vergleichen. Wenn Sie prüfen wollen, ob ein Feuerlöscher frei zugänglich ist oder ob ein abgelaufenes Chargenetikett im Vorbereitungsregal klebt, benötigen Sie kein komplexes Ticketsystem, sondern eine schnelle visuelle Bestätigung.

Benutzbarkeit (Usability) und Barrierefreiheit im Schichtbetrieb

Die Benutzbarkeit ist das K.-o.-Kriterium für die Akzeptanz auf der Fläche. Wenn Mitarbeiter erst eine lange Schulung benötigen, hat das Projekt bereits verloren. Hohe Fluktuation oder Zeitarbeit erfordern Systeme, die komplett selbsterklärend sind. Idealerweise versteht ein neuer Mitarbeiter das Prinzip in weniger als einer Minute. Visuelle Rückmeldungen sind Textwüsten vorzuziehen. Wenn das System Probleme direkt visuell markiert – etwa durch farbige Rahmen um fehlende Gegenstände auf einem Foto –, versteht jeder sofort, was zu tun ist, unabhängig von Sprachbarrieren.

Portabilität und Kompatibilität: Keine Hürden bei der Hardware

Die Portabilität beschreibt, wie einfach sich eine Software in verschiedenen Umgebungen ausführen lässt. Viele Anbieter verlangen die Installation einer App. Für IT-Abteilungen an mehreren Standorten ist das ein Albtraum: Updates müssen freigegeben werden, Betriebssysteme führen zu Fehlern und auf privaten Geräten sind Apps oft verboten. Ein moderner Ansatz löst dies über den Webbrowser des Smartphones. Der Mitarbeiter öffnet einen Link, macht ein Foto und erhält sofort das Ergebnis – ganz ohne Installation oder Registrierung.

Der ISO/IEC 25010 Prüfkatalog für Shopfloor-Software

Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir die abstrakten Kriterien der Norm in eine praktische Checkliste für den Shopfloor übersetzt. Nutzen Sie diese Tabelle bei der nächsten Evaluierung eines digitalen Audit-Werkzeugs:

ISO/IEC 25010 Merkmal Bedeutung auf dem Shopfloor Prüffrage für die Praxis
Benutzbarkeit (Usability) Einfache Bedienung ohne Schulungsaufwand, auch bei hoher Mitarbeiterfluktuation. Können neue Mitarbeiter das System ohne Anleitung innerhalb von 2 Minuten fehlerfrei nutzen?
Portabilität (Portability) Unabhängigkeit von bestimmten Geräten oder aufwendigen App-Installationen. Läuft die Anwendung direkt im mobilen Browser ohne Installation oder Registrierungszwang?
Funktionale Eignung Konzentration auf die tatsächliche Aufgabe (z. B. Abweichungen erkennen). Bietet das System eine klare visuelle Rückmeldung (z. B. farbige Boxen um Mängel) statt langer Textberichte?
Zuverlässigkeit (Reliability) Manipulationssichere und fehlerfreie Erfassung der Daten im täglichen Betrieb. Wird die Aktualität von Fotos geprüft (z. B. über Metadaten), um alte Aufnahmen auszuschließen?
Kompatibilität Nahtlose Verteilung von Berichten an relevante Personen ohne Medienbrüche. Können Ergebnisse direkt per E-Mail oder Telegram an Verantwortliche gesendet werden, die keinen System-Account haben?

Wie SnapAudit die Brücke zwischen Software-Qualität und Shopfloor-Praxis schlägt

Bei der Entwicklung von SnapAudit stand genau diese Reduzierung von Komplexität im Vordergrund. Statt einer überladenen Plattform, die alles ein bisschen und nichts richtig kann, konzentriert sich das Tool auf das Wesentliche: den schnellen, visuellen Abgleich von Soll und Ist. Es ist eine schlanke Alternative zu komplexer Audit- und Inspektionsmanagement-Software, die oft mehr administrative Arbeit erzeugt, als sie vor Ort einspart.

Der Prozess ist denkbar einfach und spiegelt die Prinzipien der Gebrauchstauglichkeit wider. Als Manager definieren Sie feste Kontrollpunkte – wie eine Werkbank, ein Regal im Lager, eine Maschine oder eine Brandschutztür. Von jedem dieser Punkte nehmen Sie einmalig ein Referenzfoto auf, das den perfekten Soll-Zustand zeigt. Der Mitarbeiter vor Ort muss keine App installieren. Er öffnet einfach die Webseite im Browser seines Smartphones, fotografiert den Kontrollpunkt und die KI übernimmt den Rest.

Innerhalb von Sekunden vergleicht die KI das aktuelle Foto mit dem Referenzbild. Sie liefert ein klares Ergebnis: einen Score bis 100 Punkte, eine kurze Textnachricht für den Mitarbeiter und direkt auf dem Foto farbig eingezeichnete Boxen, die genau zeigen, wo etwas nicht stimmt. Dabei können Sie pro Kontrollpunkt individuell festlegen, welche Kriterien die KI prüfen soll. Fünf Kriterien lassen sich flexibel an- oder ausschalten:

  • Vorhandensein erforderlicher Gegenstände: Hängt der Drehmomentschlüssel an seinem Platz an der Schattenwand?
  • Sauberkeit: Sind Flecken, Ölpfützen oder Schmutz auf der Arbeitsfläche zu sehen?
  • Ordnung und Abwesenheit von Fremdkörpern: Liegen lose Werkzeuge oder Abfälle herum?
  • Positionierung von Objekten: Steht die Reinigungsstation exakt an der markierten Stelle?
  • Ausrichtung von Gegenständen: Sind Hinweisschilder oder Absperrungen korrekt ausgerichtet?

Durch diese granulare Steuerung lässt sich das System perfekt an die Gegebenheiten vor Ort anpassen. Mehrere Kontrollpunkte können zudem zu einer kompletten Runde zusammengefasst werden, sodass ein Schichtführer mit einem einzigen Durchgang einen ganzen Bereich systematisch auditieren kann.

Transparenz und Revisionssicherheit ohne administrativen Aufwand

Ein häufiger Schwachpunkt herkömmlicher Audit-Lösungen ist die Verteilung der Ergebnisse. Oft versickern Berichte in PDFs auf irgendwelchen Servern, die niemand liest. SnapAudit geht hier einen pragmatischen Weg, der sich an der Realität der Schichtarbeit orientiert. Die Ergebnisse einer Runde werden direkt per E-Mail oder Telegram an die Personen gesendet, die auf der Benachrichtigungsliste für den jeweiligen Raum stehen. Das Geniale daran: Die Empfänger benötigen dafür nicht einmal einen eigenen Benutzer-Account. So erfährt der zuständige Instandhalter oder die Reinigungskraft sofort und ohne Umwege, wo Handlungsbedarf besteht.

Auch das Thema Datensicherheit und Revisionssicherheit kommt nicht zu kurz. Um zu verhindern, dass Mitarbeiter einfach ein altes Foto aus der Galerie hochladen, prüft das System die Aktualität der Aufnahme direkt anhand der Bild-Metadaten. Ein Schummeln mit alten Bildern ist somit ausgeschlossen. Zudem behalten Sie über die Historie jedes Kontrollpunkts stets den Überblick. Eine integrierte Pareto-Analyse zeigt Ihnen auf einen Blick, welche Probleme an welchen Stationen am häufigsten auftreten. So wechseln Sie von der reinen Brandbekämpfung zu einer gezielten, datengestützten Verbesserung Ihrer Prozesse. Dies ist besonders wertvoll, wenn Sie Standards wie 5S nachhaltig etablieren wollen (erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Lean Management 5S auf dem Shopfloor messbar machen).

Praktische Schritte zur Einführung: So starten Sie pragmatisch

Wenn Sie die Qualität Ihrer Shopfloor-Prozesse auf ein neues Level heben wollen, müssen Sie nicht das Rad neu erfinden oder monatelange IT-Projekte starten. Beginnen Sie klein und pragmatisch:

  1. Identifizieren Sie die Engpässe: Wählen Sie für den Start einen einzigen Bereich aus, der Ihnen besonders häufig Kopfschmerzen bereitet – sei es eine unordentliche Verpackungsstation, eine unübersichtliche Werkzeugausgabe oder ein kritischer Durchgang, der ständig zugestellt wird.
  2. Definieren Sie den Soll-Zustand: Bringen Sie diesen Bereich einmalig in den perfekten Zustand. Machen Sie ein klares Foto davon. Dieses Foto ist ab jetzt Ihr unbestechlicher Standard.
  3. Binden Sie das Team ein: Erklären Sie Ihren Mitarbeitern nicht die Theorie hinter ISO-Normen, sondern zeigen Sie ihnen den praktischen Nutzen. Erklären Sie, dass es nicht um Überwachung geht, sondern darum, Abweichungen schnell sichtbar zu machen, bevor sie zu Fehlern oder Unfällen führen.
  4. Vermeiden Sie schwerfällige Software: Nutzen Sie Systeme, die den Mitarbeiter unterstützen und nicht belasten. Wenn die Datenerfassung länger dauert als die Behebung des Mangels, ist das System ungeeignet.
  5. Analysieren und anpassen: Nutzen Sie die gewonnenen Daten, um Schwachstellen in der Arbeitsplatzgestaltung zu erkennen. Wenn ein bestimmter Schraubendreher ständig fehlt, liegt es vielleicht nicht an der Nachlässigkeit der Mitarbeiter, sondern daran, dass der Aufbewahrungsort unpraktisch gewählt ist.

Wenn Sie wissen möchten, wie sich solche digitalen Audits kosteneffizient in Ihren Betrieb integrieren lassen, werfen Sie einen Blick auf unsere Preisseite. Ein erfolgreicher Shopfloor basiert nicht auf komplexen IT-Strukturen, sondern auf einfachen, wiederholbaren Prozessen, die von der Mannschaft getragen werden. Indem Sie die Prinzipien der Softwarequalität mit der täglichen Praxis auf dem Hallenboden verknüpfen, schaffen Sie ein System, das langfristig Bestand hat und echten Mehrwert liefert.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen ISO/IEC 25010 und anderen Qualitätsstandards?
Der Standard ISO/IEC 25010 konzentriert sich speziell auf die Qualität von Softwareprodukten und deren Gebrauchstauglichkeit im Betrieb. Im Gegensatz zu allgemeinen Qualitätsmanagement-Normen wie der ISO 9001 liefert er konkrete Kriterien zur Bewertung von Systemarchitektur, Benutzbarkeit und Zuverlässigkeit. Dies hilft Unternehmen, die technische Eignung digitaler Werkzeuge vor der Einführung objektiv zu prüfen.
Müssen Mitarbeiter für die Nutzung von SnapAudit geschult werden?
Nein, eine Schulung ist für die Arbeiter vor Ort nicht erforderlich. Da das System vollständig im Webbrowser des Smartphones läuft und keine App-Installation voraussetzt, ist die Bedienung selbsterklärend. Die Mitarbeiter fotografieren lediglich den vordefinierten Kontrollpunkt und erhalten sofort eine leicht verständliche visuelle Rückmeldung.
Wie wird verhindert, dass alte Fotos für die Audits verwendet werden?
Das System prüft bei jedem hochgeladenen Bild automatisch die Metadaten der Datei auf ihre Aktualität. Wenn ein Mitarbeiter versucht, ein älteres Foto aus der Galerie auszuwählen, erkennt das System diese Abweichung und lehnt die Einreichung ab. Dadurch bleibt der Audit-Prozess manipulationssicher und spiegelt stets den aktuellen Zustand wider.
Können Personen ohne Benutzerkonto über Mängel informiert werden?
Ja, die Ergebnisse eines Audits können direkt per E-Mail oder über den Messenger Telegram an definierte Verteilerlisten gesendet werden. Die Empfänger, wie beispielsweise externe Reinigungskräfte oder Instandhalter, benötigen dafür kein eigenes Benutzerkonto im System. Dies beschleunigt die Behebung von Mängeln erheblich und reduziert den administrativen Aufwand.

Sehen Sie es an Ihrem eigenen Arbeitsplatz

Fotografieren Sie einen Arbeitsplatz, legen Sie ihn als Standard fest, und die KI bewertet jede Schicht daran.

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